Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für
Traditionelle Chinesische Medizin e.V.

Titel: Acupuncture treatment of chronic low-back pain – a randomized, blinded, placebo-controlled trial with 9-month follow-up
Autoren: Leibing E., Leonhardt U., Köster G., Goerlitz A., Rosenfeldt J.-A., Hilgers R., Ramadori G.
Bibliographie: Pain, 96, 2002, S. 189-196
Behandelte Diagnose(n): nichtradikulärer Rückenschmerz
TCM-Therapie Körper- und Ohr-Akupunktur
Art der Studie: Prospektive, randomisierte, Patienten- und Untersucher-verblindete Gruppenvergleichsstudie (Kontrollgruppe: Physiotherapie nach Brügge; Shamgruppe: oberflächliche Minimalakupunktur (nach Vincent und Lewith 1995) + Physiotherapie nach Brügge; Verumgruppe: standardisierte Körper- und Ohr-Akupunktur + Physiotherapie nach Brügge); alle Behandlungen über 12 Wochen (Sham- und Verum-AP fünfmal pro Woche in den ersten 2 Wochen, danach einmal pro Woche)
Anzahl Patienten: 131
Biomathematische Qualität: sehr hoch, EBM-Level I, hohe Studienpower
TCM-Differenzierung: keine, standardisierte Körper- und Ohr-Akupunktur gemäß WHO-Richtlinien von 1993
Ergebnisse: Verum- und Sham-Akupunktur sind bzgl. Schmerzintensität und –behinderung sowie psychologischer Beeinträchtigung der Kontrollgruppe am Ende der Behandlung signifikant überlegen. Zwischen Verum- und Shamakupunktur finden sich keine signifikanten Unterschiede mit Ausnahme des besseren Ergebnisses bei der psychologischen Beeinträchtigung unter Verumakupunktur. Nach 9 Monaten sind sowohl Verum- als auch Shamakupunktur nur noch bei der Schmerzbehinderung signifikant besser gegenüber der Kontrollgruppe. Die Unterschiede bei der Wirbelsäulenbeweglichkeit erreichen aufgrund der hohen Streuung kein Signifikanzniveau.
Bemerkungen: Eine sehr gute Studie, die beweist, daß standardisierte Akupunktur obsolet ist. Wir zitieren die Autoren: „...die Schlußfolgerungen unserer Studie sind nur gültig für die Akupunktur an festgelegten Akupunkturpunkten, ... das Ergebnis  könnte besser sein bei individueller Behandlung.“ Richtig! Wir teilen jedoch nicht die Meinung der Autoren, daß eine individuelle Behandlung und eine qualitativ hochwertige Studie einander ausschließen. (Siehe http://www.diskussion.dwgtcm.com)